Kammern des Schreckens

Dienstag, 31. Dezember 2013

Happy Silvester!

Allen, die das hier lesen, wünsche ich einen wundervollen Silvestertag/-abend! Ob ihr auf die Kacke hauen oder euch mit euren Liebsten auf der Couch tummeln wollt - völlig Wurst. Genießt es! Liebt es! 
Ich persönlich stehe ja nicht so auf Böllereien, weil bei uns, im Dortmunder Ghetto, schon zu Nikolaus damit angefangen wird. Außerdem erschreckt das meine geliebten Hundis. Heute wird ge-Raclette-t und bis dahin laufe ich meinen kleinen Lesemarathon. Fühlt euch gedrückt! Außer, ihr reagiert allergisch auf jegliche Art körperlicher Nähe. Natürlich.









Montag, 30. Dezember 2013

LovelyBooks-Challenge [Überraschungsaufgaben]





Das wird die erste Lese-Challenge sein, an der ich teilnehme. Ich schätze, dass sie für Anfänger super geeignet ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Aufgaben schaffen werde, aber einige auf jeden Fall!

Wollt ihr auch teilnehmen? *Klick*
Hier die vom LovelyBooks-Team gestellten Lese-Aufgaben:
  1. Bücher, die erstmalig vor 2010 erschienen sind
  2. Bücher, die Teil einer Reihe sind
  3. Bücher, die ein vorranging rotes Cover haben
  4. Bücher, deren Buchtitel eine Zahl enthalten
  5. Bücher, die ausschließlich als Taschenbuch / Broschur erschienen sind (nicht als Hardcover)
  6. Bücher, bei denen der Vor- oder der Nachname des Autors mit dem gleichen Buchstaben beginnt, wie der Buchtitel
  7. Bücher, die bisher noch keine Rezension auf LovelyBooks haben (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns)
  8. Bücher, in denen es ums Essen geht und das auch durch den Buchtitel, das Cover o.Ä. ausgedrückt wird
  9. Bücher von deutschsprachigen Autoren
  10. Bücher, die weniger als 250 Seiten haben
  11. Bücher, auf denen hauptsächlich Schrift und kein vordergründiges Covermotiv zu sehen ist
  12. Bücher von Autoren, die schon mindestens 5 Bücher veröffentlicht haben
  13. Bücher, die in der Hardcover-Ausgabe einen Schutzumschlag haben
  14. Bücher, deren Buchtitel aus mindestens 5 Wörtern bestehen
  15. Bücher, die aus einer anderen Sprache als dem Englischen oder Französischen übersetzt wurden
  16. Bücher, die in einer Stadt mit mehr als 1 Mio. Einwohner spielen
  17. Bücher, die in einem unabhängigen Verlag erschienen sind (keine Verlagsgruppen / Konzerne)
  18. Bücher, auf deren Cover mindestens 3 Lebewesen zu sehen sind (es zählen Menschen & alle Tierarten)
  19. Bücher, die auf LovelyBooks mit 4,5 - 5 Sternen bewertet sind (es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns)
  20. Bücher, deren Hauptfigur mindestens 10 Jahre jünger oder älter als ihr selbst ist (also in meinem Fall entweder höchstens 8 oder mindestens 28)

Auf der Challenge-Seite (*klick*) werde ich meine Fortschritte protokollieren. Ich freue mich schon!

Sonntag, 29. Dezember 2013

Ciao, Dezember


Ich würde ja einen Jahresrückblick machen, aber meinen Blog gibt es erst seit diesem Dezember, höhö. Außerdem müsste ich eigentlich fürs Abi Transkription und Translation wiederholen, das steht auf meiner To-Learn-Liste. Aber Rückblicke gibt es nur einmal im Monat. Oder Jahr. 


Pedro, der Gequälte. Solche Späße wie hier tut meine Mutter ihm liebend gern an. 





Was Bücher angeht, war der Dezember auch weitaus ereignisreicher als alle anderen Monate. Ich habe noch nie so viele Bücher rezensiert, gewonnen, gepostet (und was es sonst noch so gibt). 
Ich habe vor dem Dezember 2013 an keiner einzigen Leserunde teilgenommen, und hätte auch nicht gedacht, dass es mir mal so viel Spaß machen könnte! 

Theo, mein tierischer Lieblingsneffe. Er mag es nicht so sehr, wenn ich blogge. Lieber hätte er, wenn ich mich um ihn und seinen verkrüppelten Elch kümmerte.

Zwar kein Buch, aber mein Monatsliebling: Der bisher teuerste Lippenstift, den ich mir jemals gekauft habe. 



Die Augenringe verraten schon, wie entspannt die Feiertage waren! 
Welcher normale Mensch braucht sie nicht: Die Leselampe. Sie ist mir explodiert, und bisher war ich zu faul, die Glühbirne zu wechseln. Ich lese seitdem mit Hauptlicht - ist das nicht schrecklich?
Meine Neuzugänge im Dezember!

Mein SuB ist im Dezember verhältnismäßig stark gewachsen. Von den 11 Büchern, die hinzugekommen sind, habe ich erst vier gelesen und rezensiert. Eines hat mein Freund mir geschenkt, weil ich es für die Schule brauche und er es schon gelesen hat. Zwei habe ich eigenhändig gekauft, obwohl es hirnrissig ist. Trotzdem freue ich mich auf den Kafka und "Die Letzten ihrer Art" mehr als auf alle anderen Bücher. 


Eines der Bücher (Hauchnah) ist eine wasliestdu-Prämie - meine allererste! Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Dezember büchertechnisch mein Jahreshighlight war. Und auch blogtechnisch! Schließlich habe ich in meinem ersten Monat schon Leser gewonnen, acht an der Zahl! Dazu drei über Blog-connect.  Ich bin noch immer überrascht, weil ich nicht gedacht hätte, dass das so schnell geht. Und, dass sich überhaupt wer den Käse hier durchliest! Mal sehen, was ich im nächsten Monat so erzählen kann.


Ich danke allen Lesern für die Unterstützung und wünsche euch einen wundervollen Start ins Jahr 2014 - dauert ja noch ein bisschen. Egal was ihr euch vornehmt:
Lest viel! 

Samstag, 28. Dezember 2013

Großstadtkraut meets Provinzgewächs

Sarah Heumann: High Heels im Hühnerstall




Anna liebt ihr Großstadtleben in Berlin. Als sie jedoch erfährt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin betrügt, zieht es sie zu ihrer Tante. Aufs Land. Zwischen Hühnerkacke und randalierenden Schweinen steht Annas Leben Kopf und schließlich muss sie eine Entscheidung fällen. Zurück nach Berlin, oder für immer die Provinz?
High Heels im Hühnerstall ist Sarah Heumanns Debüt. Die Autorin kann locker mit Gier und Co. mithalten.  Man ist sofort mitten im Geschehen, so wie die Protagonistin Anna, und verliebt sich in Untergrasbach, wo jeder Einwohner seine Macken hat und doch absolut liebenswürdig ist. Mit viel Phantasie und einem wundervollen Humor, der direkt meine Lachmuskeln trifft, bezauberte mich diese doch etwas kitschig anmutende Geschichte. Kitsch ist hier jedoch erlaubt. Wer will schon ständig über Mord und Totschlag lesen, oder sich die Seele aus dem Leib heulen, weil ja alles so wunderbar traurig ist? Ich jedenfalls habe in diesem Roman eine gelungene Abwechslung gefunden. 

Die Figuren sind lebhaft und mit Liebe konstruiert. Jede an sich ist speziell und passt trotzdem perfekt als Zahnrädchen in das Dorfgehäuse hinein. Da treffen lustige Dialekte auf so typische Sätze, dass sie gar untypisch wirken. Beispielsweise tadelt die Dorfpastorin stets mit den Worten: "Das elfte/zwölfte Gebot lautet soundso ... "

 Ich mag diese Eigenheiten, weil sie mich an die Buddenbrooks erinnern. Thomas Mann hat bekanntlich auch von solchen fast schon albernen, aber meiner Meinung nach höchst unterhaltsamen, Techniken zur Figurenentwicklung Gebrauch gemacht. Dieses Spiel mit Dialekten, Sprachfehlern und adoptierten Redensarten finde ich einfach nur herrlich. 
Ich will hiermit nicht sagen, dass High Heels im Hühnerstall in einigen Jahren zur Pflichtlektüre im Deutsch-LK würde, aber ausdrücken, dass Heumann wirklich talentiert scheint. 


Die Kapitel haben teilweise Namen, bei denen man herzlich lachen muss (wenn man denn denselben Humor hat wie ich). Da gibt es eines, welches folgendermaßen betitelt ist: Tante ante Bahnsteigkante
Wortspiele wie dieses sind in dem Roman keine Seltenheit und genau mein Geschmack.


Das Cover erinnert (zufällig) an die Sendung "Bauer sucht Frau".  Wer kennt sie nicht? Ist doch eine nette Idee, die unterstreicht, wie klischeehaft, aber auch lustig der Roman ist. Wie strohdoof manche Figuren einem vorkommen. Und wie überraschend eben doch.

Ich habe tatsächlich nichts zu meckern. Meine Erwartungshaltung war sehr niedrig, eben weil es ein Debüt und die Aufmachung so kitschig ist - klar wurden die Erwartungen übertroffen. Mehr noch; High Heels im Hühnerstall hat mir maßlose Freuden beschert!
Ich würde sagen, dass ein Folgeband unumgehbar ist! Unbedingt möchte ich mehr Geschichten aus Untergrasbach lesen. Frau Heumann, wenn Sie das hier lesen: Sie wissen, was zu tun ist!

Fazit: Ein perfekter Gute-Laune-Roman, der den Wunsch weckt, sofort das nächste Dorf aufzusuchen!


Mehr zum Roman hier: Moose, Farne und Glückspilze / Leserunde lovelybooks

(Quelle: aufbau)

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Ohne Worte

Hannah Harrington: Speechless [sprachlos]



Jeder weiß: Chelsea Knot ist ein Tratschmaul. Oberkellnerin der Gerüchteküche. Sie kann einfach ihren Mund nicht halten. Eines Nachts hat diese Eigenschaft fürchterliche Konsequenzen, und Chelsea beschließt, etwas zu ändern. Inspiriert von einem Artikel im National Geographic stellt sie sich vor eine für sie unfassbar anspruchsvolle Aufgabe: sie legt ein Schweigegelübde ab.

Hannah Harrington hat mir mit diesem Roman ein paar wundervolle Stunden bereitet. Allein mit den Fingern über das Cover zu streichen ist ein Genuss! Mich fasziniert die schlichte Eleganz der Aufmachung, dieses amerikanisch anmutende Buchrücken-Design, das ganze Drumherum eben. Nachdem ich die Rezension geschrieben habe, kommt es endlich in mein Regal und wird es allein durch seine Anwesenheit dermaßen aufhübschen, dass ich mich schon darauf freue.
Beim Lesen hatte ich jedoch immer einen Kugelschreiber in der Nähe, mit welchem ich manche Rechtschreibfehler korrigiert habe, weil ich es nicht mehr aushielt. Klar kann man mich neurotisch nennen, aber ich kann es einfach nicht haben, wenn zum Beispiel "ihn" mit "in" verwechselt wird - das sind so Flüchtigkeitsfehler, die passieren können, wenn man sich etwas nicht noch einmal durchliest, aber in einem so schönen und mühevoll gestalteten Roman darf das nicht sein, finde ich. Weil ich mir den Satz dann nämlich tausendmal durchlesen muss. Als hätte sich ein kleiner Kobold zwischen den Lettern versteckt.


In den ersten paar Minuten war ich leicht enttäuscht. Chelsea und ihre Freundinnen waren mir zuwider, der Schreibstil war mir zu oberflächlich, das Ganze schien mir "auf Jugendbuch gemacht". Das heißt, ich sah schon alle möglichen Ami-Jugendbuch-High-School-Klischees chronologisch nacheinander auftauchen. Ob gewollt oder nicht, diese Eigenschaft des Romans hat einen förderlichen Effekt: Die haushohe Erwartungshaltung wurde gedämmt, um sie später nur umso stärker zu übertreffen. 

Ich finde es übrigens spannend, wie weit die Meinungen über Jugendbuch-Klischees bei den Leserunden auseinandergehen. Anscheinend finden Leser fern des Jugendalters Klischees weniger nervtötend als Leser, die wirklich Jugendliche sind (also ich). Man fühlt sich vielleicht als Teenager einfach in eine Schublade gesteckt, was älteren Bücherwürmern nicht passieren kann. Vielleicht wollen sie auch in diese Schublade gesteckt werden, um sich daran zu erinnern, wie sich das Leben als Jugendlicher angefühlt hat. Ach, ich weiß auch nicht! Ich kann ja nicht in die Köpfe der anderen Teilnehmer hineinspähen, selbst wenn ich manchmal so tue, als könnte ich es.


Kommen wir jedoch zurück zum Schreibstil und dessen Veränderung.
Das ist das Interessante an Speechless: Der Beginn ist oberflächlich und abgedroschen, so wie Chelsea, weil sie wie ihre Freundin Kristen ist, die man einfach nicht mögen kann. Dann wundert man sich über die Protagonistin, weil sie doch speziell zu sein scheint. Doch ein eigenständiger Mensch. Und man wird mitgerissen von der Sympathie ihrer neuen Freunde, die wirklich toll sind. Man wird auch mitgerissen von dem Hass, der ihr entgegenschlägt. Von der Wut auf die, die dafür verantwortlich sind. Und obwohl man vieles vorhersehen kann, kann man sich dem Ganzen nicht entreißen. Ich habe mir das Ende sehr spektakulär vorgestellt, wusste aber selber nicht, wie Harrington das hätte bewerkstelligen können. Mir hat es trotzdem sehr gefallen und ich habe dem Cover sogar einen Kuss gegeben, nachdem ich das Buch letztlich zugeschlagen habe. Das mache ich nur selten. Und es klingt in meinen Ohren irgendwie freakiger, als ich es eigentlich meine.


Dieses Werk ist wie eine Rebellion gegen diese schrecklichen Teenies, die anderen das Leben zur Hölle machen, weil sie meinen, sie wären besser. Diese Menschen gibt es überall, nicht nur in Amerika. Eigentlich sind sie immer bloß lächerlich, aber oft auch grausam. Man kann eigentlich nur den Kopf über sie schütteln, aber was, wenn man irgendwie in diese Gruppe hineinwächst? Wie ein gutartiger Tumor in einem bösartigen Organismus?
Was darf man von sich selbst preisgeben? Welche Meinung darf man selbst vertreten? Wem darf man trauen? Was ist wirklich wichtig im Leben? Und zu guter Letzt, die typische Frage werdender Erwachsener: Wer bin ich eigentlich selbst? 

Dieser Roman könnte einigen Kindern einiges beibringen. Da bin ich mir sehr sicher! Ich würde es deshalb auch als Unterrichtslektüre etwa im 8. Schuljahr empfehlen.


Fazit: Ein überraschend kitschloser Roman, der exemplarisch darstellt, dass es möglich ist, zu sich selbst zu finden. Egal, wie alt man ist.


Die Leserunde zu Speechless, an der ich teilgenommen habe, findet ihr hier.

(Quelle: MIRA-Taschenbuch)

Montag, 23. Dezember 2013

Ein Krimi im Thrillerpelz

Oliver Kern: Die Kälte in dir


Mitten im Hochsommer beginnt ein Serienmörder jenes blutige Spiel, das sein Überleben sichert. Er scheint es auf Übergewichte abgesehen zu haben, denen er Bauchfett entnimmt. Kommissarin Kristina Reitmeier ermittelt, und schwitzt sich dabei wohl fast zu Tode.  Sie scheint sich auch eher auf Letzteres zu konzentrieren.

Der erste Band der "Kristina Reitmeier"-Serie trumpft mit interessanter Thematik und gut durchdachten Charakteren. Die Kommissarin mag nicht unbedingt auf Anhieb sympathisch, ja für meinen Teil nicht einmal interessant wirken - trotzdem muss man zugeben, dass sie immerhin authentisch ist. Dadurch, dass man mit ihr nicht unbedingt den 08/15-Charmebolzen erfinden will, den man augenblicklich so sehr lieben muss, dass man sich übergeben will.


Ich muss sagen, dass ich noch nicht mit ihr warm geworden bin, weil ich mich häufig über sie geärgert habe. Der Leser ist ja gewohntermaßen ein wenig informierter als die Ermittler, trotzdem war die Tiefe meiner Stirnfurchen erschreckend. Ich hatte eher das Gefühl, ihr Chauffeur Daniel Wolf, der wenigstens einmal etwas riskierte, hätte das eigentliche kriminologische Gespür. Und dass dieses Reitmeier häufig gefehlt hat. Ich bin kein Experte, aber ich war überrascht darüber, mit welcher Konsequenz die Frau bei jeder Kreuzung in Richtung Holzweg abgebogen ist. Jedoch kann ich mir auch vorstellen, dass das realitätsnaher ist als diese Hochbegabten, die alle bewundern. Ich meine, in Deutschland sind die Kommissare wohl kaum alle schlauer als die Reitmeier. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Was mich überrascht hat, war ihr Aussehen. Es passt so gar nicht zu dem Bild, welches ich mir zu Anfang des Krillers (Thrimis) gemacht habe. Ich sah vor meinem inneren Auge tatsächlich eine dickliche, männlich anmutende, ältere Dame. Vielleicht könnte man noch "cholerisch" hinzufügen. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob mir diese Kommissarin besser gefallen hätte als die echte. Aber ich tendiere eher dazu.

Den Titel "Thriller" verdient dieses Werk allerhöchstens in den letzten circa hundert Seiten. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Ermittlungsarbeit. Die Spuren scheinen immer wieder im Sande zu verlaufen, man vermutet wichtige Hinweise dort, wo es scheint, als würde der Weg zur Erleuchtung absichtlich und kaugummiartig in die Länge gezogen (wie dieser Satz - nein, schlimmer). Es ist keineswegs so, dass mir das Ganze nicht gefallen hat. Ich liebe beispielsweise Agatha Christie, Krimis machen mir Spaß. Vor allem, wenn nur selten aus der Täterperspektive erzählt und somit Freiraum für die Phantasie des Lesers gelassen wird. Das ist hier bis zu einem gewissen Punkt der Fall. Es bleibt Freiraum für den Hobby-Sherlock, bis ihm Einblick in die kranke Psyche des Mörders gewährt wird. Der Autor versteht es, an den richtigen Stellen Spannung zu erzeugen (wäre auch ein Armutszeugnis für den Thrillerautor, wenn nicht). Außerdem erinnere ich mich an effektvolle Bildkompositionen. Kern beschreibt hervorragend spezielle Momente, in die man sich fallen lassen kann. Er weiß, wie man durchdachte Atmosphären kreiert. Wenn von der Hitze im Auto die Rede war, konnte ich selbst förmlich spüren, wie mir der Schweiß die Stirn runterlief. Das sollte jetzt keinen Ekel hervorrufen; die Buchseiten sind fleckenlos.

Das Cover ist ein hervorragendes für einen Thriller. Dabei gibt es nichts zu kritisieren. Der Titel passt ebenso perfekt, obwohl er auf dem ersten Blick nichtssagend wirkt - wenn man bedenkt, dass gefühlt jeder zweite Thriller ähnlich betitelt ist. Man erinnere sich an den letzten Thriller, den ich rezensiert habe (zorneskalt).


Dem Leser fällt jedoch bald auf, dass der Titel passender nicht hätte gewählt werden können. Von der Aufmachung her kann man über dieses Buch wirklich nicht meckern. Man könnte höchstens nochmals anmerken, dass der Leser durch das Attribut "Thriller" ein wenig in die Irre geführt werden könnte. Ich weiß, dass das wohl kaum ein Kriterium ist, aber ich finde auch, dass das Buch außerordentlich gut riecht. 

Ich bin gespannt auf die Entwicklung der Kommissarin und ihrem Kollegen. Den nächsten Band der Reihe würde ich mir wahrscheinlich kaufen, denn als Krimifan kann man da keinen Fehler machen. Eine wirklich solide Leistung! Nicht der Oberburner, der einem noch Wochen später den Schlaf raubt, aber das wäre auch sicherlich nicht so gesund.

Fazit: Die Kälte in dir ist eine solide Empfehlung für jeden Krimiliebhaber. Wer die höchste Kunst des Thrillertums erwartet, wird jedoch enttäuscht werden.



Hier geht es zu den Leserunden bei Lovelybooks und Wasliestdu.

Weitere Informationen zu dem Buch findest du hier: Gemeinsam Lesen ~ Die Kälte in dir / Moose, Farne und Glückspilze.

(Quelle: Egmont-LYX)